Hängegerüst

Unter einem Hängegerüst ist ein Gerüst zu verstehen, dessen statische Basis nicht der Boden oder Grund darstellt, sondern eine Abhängung. Hängegerüste finden ihre Anwendung etwa an Brücken oder hohen Gebäuden Was ist bei Hängerüsten zu beachten? Wie der Name es schon beschreibt, wird ein Hängegerüst abgehängt, also von oben nach unten aufgebaut, wobei der unterste Level frei über dem Grund schwebt. In der Regel werden zur Anbringung des Hängegerüsts spezielle Aufhängungen konstruiert, die nur den Zweck besitzen, das Gerüst zu tragen. Meist sind dies massive Doppel-T-Träger. Dabei kann es gerade bei Baumaßnahmen an historischen Gebäuden wie Kirchen notwendig sein, die Konstruktion befestigungslos anzubringen. Die zuständigen Denkmalbehörden erlauben oft nicht einmal die Anbringung von Bohrlöchern in die Bausubstanz. In diesem Fall wird die Abhängung für das Hängegerüst so konstruiert, dass sie sich im Bauwerk quasi verklemmt. Der Aufbau eines Hängegerüsts zeichnet sich vor allem durch eine größere diagonale Verstärkung der Gerüstelemente aus, womit ein „Durchhängen“ einzelner Elemente aufgrund der Schwerkraft verhindert wird. Im Gegensatz zu einem Standgerüst wirken an einem Hängegerüst andere Zug- und Druckkräfte. Ein weiterer Faktor ist die Windlast. Da Hängegerüste oft in großen Höhen oder an Brücken über Flussläufen angebracht werden, besteht meist ein erhöhter Winddruck, der beim Aufbau des Hängegerüsts berücksichtigt werden muss. Hängegerüste wurden schon im Mittelalter gerade beim Bau von Kathedralen verwendet. Im asiatischen Raum werden noch heute selbst an höheren Bauwerken Hängegerüste aus Bambus verwendet, die praktisch mit dem Bauwerk mitwachsen. Dabei werden die untersten Elemente des Gerüstes mit Vollendung einer Etage abgebaut und auf das Mittelteil aufgesetzt und so weiter, bis alle Etagen fertig...

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Kontrollierte Wohnraumlüftung

Die kontrollierte Wohnraumlüftung ist ein modernes System zur Be- und Entlüftung von Gebäuden. Die Abkürzung für  Kontrollierte Wohnraumlüftung lautet KWL. Wie funktioniert eine kontrollierte Wohnraumlüftung? Im Gegensatz zur herkömmlichen Belüftung eines Raumes oder eines Hauses über geöffnete Fenster erfolgt die kontrollierte Wohnraumlüftung über speziell dafür eingebaute Lüftungsleitungen. Der Vorteil der kontrollierten Wohnraumlüftung liegt in der Automatisierung der Vorgänge sowie je nach System in der Energieeffizienz. Ein Beispiel für die Nutzung der kontrollierten Wohnraumlüftung findet sich oft in Gebäuden, die in Passivbauweise errichtet wurden. Gerade hier, wo es auf die bestmögliche Nutzung der eingesetzten Energie ankommt, zeigt die kontrollierte Wohnraumlüftung ihre Vorteile. Dabei wird Frischluft angesaugt und entweder über einen Erdwärmetauscher oder einen Luft/Luft-Wärmetauscher geführt. Dies geht natürlich gleichermaßen in Kombination. Dabei wird gleichzeitig der Abluft, also der verbrauchten Luft die darin befindliche Wärmeenergie entzogen, bevor sie nach außen abgeführt wird. In der Frischluftleitung ist zudem ein Filter eingebaut, der unter anderem Blütenpollen und andere Schwebstoffe aus der Luft filtert. Die vorgewärmte Frischluft wird im Deckenbereich der Räume eingeblasen. Die Abluftabsaugung erfolgt über entsprechende Kanäle, die etwas unterhalb und versetzt zu den Frischluftauslässen angebracht sind. Gerade Gebäude mit einer hocheffizienten Wärmedämmung benötigen eine kontrollierte Wohnraumlüftung, um das Ziel des geringstmöglichen Energieverbrauchs realisieren zu können, ohne dabei zum einen an Wohnkomfort Einbußen hinnehmen zu müssen und zum anderen die Bausubstanz etwa durch Kondenswasser zu beschädigen. Die Bewohner oder Nutzer eines Gebäudes sondern Feuchtigkeit ab genauso wie beim Kochen Dampf entsteht. Diese Feuchtigkeit schlägt sich bei ungenügender Lüftung als Kondensat an kälteren Flächen des Gebäudes ab und kann zur Schimmelbildung führen. Über die kontrollierte Wohnraumlüftung wird das Luftvolumen des Gebäudes oder einzelner Räume...

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Sitzmöbel

Unter dem Sammelbegriff Sitzmöbel finden sich alle Möbel, die entweder ausschließlich oder unter anderem zum Sitzen geschaffen wurden. Welche Arten von Sitzmöbel gibt es? Das beginnt beim einfachen Schemel, die tragbare Sitzfläche für alle Gelegenheiten. Der Hocker ist mit höheren Beinen versehen als der niedrige Schemel; er gleicht in der Höhe schon einem Stuhl. Der wiederum ist ein Hocker mit Rückenlehne. Sind auch Armlehnen angebracht, spricht der Österreicher schon von einem Sessel. In Deutschland geht man davon aus, dass ein Sessel überall gut gepolstert ist, ansonsten handelt es sich hier um einen Stuhl mit Armlehne. Ein Sitzmöbel für kleine Gruppen heißt Bank, je nach Standort beispielsweise Küchen-, Garten- oder Parkbank. Das gut gepolsterte Innenraum-Modell dieser Kategorie ist das Sofa. Unglaublich viele Variationen aller Grundmodelle gibt es. So ist zum Beispiel der Barhocker wesentlich langbeiniger als seine Kollegen. Ein guter Bürostuhl hat verstellbare Lehnen und eine bewegliche Sitzfläche, damit es dem Nutzer gut geht. Gleiche Vorteile sind bei einem sogenannten Fernsehsessel zu finden. Für Individualisten empfiehlt sich der gefüllte...

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Acrylmöbel

Der Name bezeichnet Möbel aus dem Kunststoff Polymethylmethacrylat, abgekürzt mit PMMA. Dieser Kunststoff, umgangssprachlich auch Acrylglas genannt, ist geruchsneutral und hat glasartige Eigenschaften. Wie werden Acrylmöbel hergestellt? Acrylmöbel sind aus einem synthetischen, thermoplastischen und durchsichtigen Kunststoff hergestellt. Dieser Kunststoff ist lichtunempfindlich und absorbiert das UV-Licht. Acrylmöbel weisen eine glatte Oberfläche auf, die sich polieren lässt. Das Material ist hart und bruchfest, jedoch empfindlich gegen Kratzer. Es ist beständig gegen Öl sowie schwache Laugen und Säuren. Lösungsmittel, wie Ethanol oder Aceton, greifen die Oberfläche jedoch an. Acryl wird als Oberbegriff für chemische Substanzen verwendet, die eine Acrylgruppe (CH2-CH-COOR) besitzen. Dazu gehören beispielsweise Acrylsäure, Acrylsäureester und auch Polymere davon. Entwickelt wurde Acrylglas etwa 1928 zeitgleich in Deutschland, Spanien und Großbritannien. Die Firma Röhm & Haas AG brachte ihr neues Produkt 1933 unter dem Namen Plexiglas® auf den Markt. Unter diesem Handelsnamen wird Acrylglas in Europa und Asien vertrieben. In der Möbelindustrie wird Acrylglas vor allem für Tische, Konsolen, Garderoben, Ständer, Lampen und Ähnliches verwendet. Acryl findet darüber hinaus Verwendung in der Medizin, Autoindustrie, Luftfahrt, im Schiffbau und der...

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Baldachin

Die Bezeichnung Baldachin, auch Himmel genannt, leitet sich vom italienischen Wort „baldacchino“ ab und bezeichnet ein Zierdach für Throne, Betten, Kanzeln, Denkmäler und anderes. Ursprünglich wurde ein Baldachin aus einem schweren, gewebten Stoff in den Gold- und Silberfäden eingearbeitet wurden (Brokatstoff) hergestellt. Heute gibt es Baldachine aus den verschiedensten Materialien.   Was für Möbelstücke mit Baldachin gibt es? In der Architektur, Innenarchitektur und im Möbelbau bezeichnet ein Baldachin allgemein Zierdächer und schmuckvolle Giebel. Auch die auf Säulen ruhende Überdachung von Altären wird als Baldachin bezeichnet. Die im privaten Gebrauch am weitesten verbreiteten Möbelstücke mit einem himmelartigen Dach sind Himmelbetten, Hollywoodschaukeln, Kinderwagen, Stubenwagen und Kinderbetten. Außerdem finden jüdische Hochzeiten traditionell unter einem Stoffbaldachin („Chuppa“)...

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