Patio

Der aus dem Spanischen stammende Begriff Patio bezeichnet die Innenhöfe von Stadthäusern. Ein Haus mit einem Patio war, und ist es auch heute noch, ein Zeichen für den Wohlstand und die gesellschaftliche Stellung des Besitzers oder der darin wohnenden Familie.

Was sind die Besonderheiten eines Patio?

Im Gegensatz zu den Innenhöfen von Mietskasernen, wie sie etwa zum Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts beispielsweise in Berlin errichtet wurden, zeichnet sich der Patio spanischer Häuser durch eine besondere, elegante Architektur aus. Rund um den Patio waren meist auf zwei Stockwerke verteilt die einzelnen Bauteile der, im spanischen Palacios genannten, Häuser gruppiert. Der Innenhof selbst ist oft mit einem zentral gelegenen Brunnen und mit einer Freitreppe oder zumindest offenen Treppe ausgestattet. Den einzelnen Räumen, die auf den Patio hinausgehen, ist ein Bogengang vorgelagert. Ihren Ursprung haben die Patios im Rittertum, wobei der Innenhof nicht nur der standesgemäßen Präsentation diente, sondern gleichzeitig zur Versammlung der beim adligen Gutsherren oder Ritter angestellten Landarbeiter. Dieser auf dem Land eingeführte Baustil verlagerte sich mit den gesellschaftlichen Umbrüchen mehr und mehr in die Stadt. Reiche Landbesitzer errichteten sich in den Städten sogenannte Planta Noble. Diese Stadtpaläste mit Innenhof waren das Domizil der Familie sowie deren Angestellte, wobei der erste Stock des Hauses den Familienmitgliedern vorbehalten war und die Angestellten im Erdgeschoss wohnten.

Der praktische Vorteil eines Patios besteht zum einen aus der Abschirmung gegen neugierige Blicke von außen, ohne auf eine Freifläche verzichten zu müssen, und dem Schutz vor der Sonne und dem Straßenstaub. Zwei Probleme nicht nur spanischer Innenstädte, die gerade in den Sommermonaten verstärkt auftreten.

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