Schindel

Die Schindel ist eine größtenteils rechteckige Platte, die zur Dacheindeckung oder zur Fassadenverkleidung verwendet wird. Der Begriff wird im engeren Sinn eigentlich nur für Holzschindeln verwendet, die zudem den geschichtlichen Ursprung aller Schindeln bilden.

Was wird als Schindel bezeichnet?

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die Bezeichnung Schindel auch auf Produkte aus Schiefer, Ton, Faserzement, Granit, Bitumen, Kupfer oder Aluminium angewendet, um eine Abgrenzung zu anderen Formen und Verwendungsarten festzulegen. Fachlich wird heute zwischen dem Dachziegel und der Fassadenplatte unterschieden. In der Anwendung zeichnen sich alle Formen der Schindeln in der Weise aus, dass sie vom Handwerker überlappend verlegt werden, und zwar immer von unten nach oben, sodass abfliesendes Regenwasser nicht unter die Schindeln dringen kann. Moderne Dachziegel besitzen eine bestimmte Profilierung, die das Verlegen in der Überlappung vereinfachen und gleichzeitig die Dachziegel untereinander stabilisieren. Früher war dies nicht möglich und alle Schindeln, sowohl auf dem Dach wie an der Fassade mussten einzeln fixiert werden. Auch heute werden gerade Holzschindeln genagelt. In bestimmten Gebieten wurden aber auch sogenannte Legschindeln mit Steinen beschwert.

In der Geschichte zählen die Schindeln und ihre Vorläufer zu den ältesten bekannten Bautechniken. Holz wurde schon vor Jahrtausenden überlappend angeordnet, damit Regenwasser darauf abfliesen konnte. Daraus entwickelten sich die Holzschindeln und in waldarmen, höher gelegenen Gebieten die Schieferplatten oder Granitplatten. Im Römischen Reich wurden bereits aus Ton gebrannte Schindeln, Scandula, verwendet, die heute als Biberschwanzziegel bekannt sind. Im Baden-Württembergischen Bad Buchau wurde bei Ausgrabungen an der Wasserburg Buchau eine im Moor konservierte Schindel aus Eichenholz gefunden, die auf ein Alter von etwa 3000 Jahren geschätzt wird.

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